Wer bestellt, muss auch bezah­len! Kom­mu­nen müs­sen end­lich fair ent­las­tet werden

Der Gesetz­ent­wurf von Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Lars Kling­beil (SPD) zur Ent­las­tung von Län­dern und Kom­mu­nen ist unzu­rei­chend, so der Solin­ger CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Cars­ten Voigt. Medi­en­be­rich­ten zufol­ge will der Bund von 2026 bis 2029 befris­tet rund eine Mil­li­ar­de Euro pro Jahr bereit­stel­len, um Län­dern und Kom­mu­nen mehr Spiel­raum zu ver­schaf­fen. Für die Christ­de­mo­kra­ten in der Klin­gen­stadt ist jedoch klar: Das ist ange­sichts der tat­säch­li­chen Haus­halts­la­ge kein Befrei­ungs­schlag, son­dern allen­falls ein ers­ter, viel zu klei­ner Schritt.

„Dass der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter das Pro­blem aner­kennt, ist rich­tig. Aber der Gesetz­ent­wurf bleibt weit hin­ter der Rea­li­tät in unse­ren Rat­häu­sern zurück“, so Voigt.

Die Zah­len spre­chen eine deut­li­che Spra­che: Das Finan­zie­rungs­de­fi­zit des öffent­li­chen Gesamt­haus­halts lag 2025 bei 127,3 Mil­li­ar­den Euro. Erst­mals seit 2022 wie­sen damit wie­der alle staat­li­chen Ebe­nen ein Defi­zit auf. Beson­ders dra­ma­tisch ist die Lage der Kom­mu­nen: Die Gemein­den ver­zeich­ne­ten bun­des­weit ein Defi­zit von 31,9 Mil­li­ar­den Euro – so hoch wie noch nie.

Auch Nord­rhein-West­fa­len steht unter beson­de­rem Druck. Nach dem Gesetz­ent­wurf könn­ten von den jähr­lich 250 Mil­lio­nen Euro für finanz­schwa­che Län­der gut 164 Mil­lio­nen Euro pro Jahr nach Nord­rhein-West­fa­len flie­ßen. Das macht deut­lich, wie groß der Hand­lungs­druck gera­de in NRW ist. Zugleich zeigt die­se Zahl aber auch, wie begrenzt die Wir­kung des Vor­ha­bens bleibt.

 „Gera­de in Nord­rhein-West­fa­len sieht man, wie tief die kom­mu­na­le Finanz­kri­se inzwi­schen reicht. Unse­re Städ­te, Gemein­den und Krei­se tra­gen immer mehr Las­ten, wäh­rend die Spiel­räu­me immer klei­ner wer­den. Die ange­kün­dig­te Hil­fe ist gemes­sen an der Grö­ßen­ord­nung des Pro­blems nicht mehr als ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein“, sagt der CDU-Fraktionschef.

Ein zen­tra­les Pro­blem bleibt dabei unge­löst: die struk­tu­rel­le Über­las­tung der Kom­mu­nen durch Auf­ga­ben, die auf Bun­des­ebe­ne beschlos­sen, aber vor Ort finan­ziert wer­den müs­sen. Ins­be­son­de­re im Sozi­al­be­reich ent­ste­hen immer neue Ver­pflich­tun­gen, ohne dass eine aus­rei­chen­de Gegen­fi­nan­zie­rung sicher­ge­stellt wird.

Die Solin­ger Christ­de­mo­kra­ten for­dern des­halb, das Prin­zip der Ver­an­las­sungs­kon­ne­xi­tät end­lich kon­se­quent zur Grund­la­ge staat­li­chen Han­delns zu machen. Die­ses Prin­zip ist ein­fach und gerecht: Wer bestellt, bezahlt. Wenn der Bund neue Auf­ga­ben schafft, Stan­dards erhöht oder Rechts­an­sprü­che aus­wei­tet, muss er auch die dar­aus ent­ste­hen­den Kos­ten voll­stän­dig tragen.

„Es kann nicht sein, dass poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen in Ber­lin getrof­fen wer­den und die Rech­nung am Ende bei unse­ren Städ­ten und Gemein­den lan­det. Das ist weder fair noch nach­hal­tig. Wir brau­chen end­lich eine ver­bind­li­che Regel: Wer Auf­ga­ben ver­an­lasst, muss auch für ihre Finan­zie­rung sor­gen“, betont Voigt.

Ohne eine sol­che kla­re Zuord­nung von Ver­ant­wor­tung und Finan­zie­rung droht sich die Schief­la­ge wei­ter zu ver­schär­fen. Stei­gen­de Sozi­al­aus­ga­ben, höhe­re Stan­dards und zusätz­li­che Büro­kra­tie füh­ren bereits heu­te dazu, dass kom­mu­na­le Haus­hal­te immer weni­ger Spiel­raum für Inves­ti­tio­nen vor Ort haben.

Voigt wei­ter: „Kom­mu­nen wie Solin­gen sind nicht das Spar­schwein des Bun­des. Sie sind die Ebe­ne, auf der Staat für die Men­schen sicht­bar und spür­bar wird – in Schu­len, Kitas, auf Stra­ßen, im Nah­ver­kehr und in den Bür­ger­äm­tern. Wenn die­se Ebe­ne finan­zi­ell aus­blu­tet, ver­liert der Staat vor Ort sei­ne Handlungsfähigkeit.“

Die CDU-Frak­ti­on for­dert des­halb, den Gesetz­ent­wurf von Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Lars Kling­beil deut­lich nachzuschärfen.

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Ansgar Lange

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