CDU-Frak­ti­on Solin­gen begrüßt Beschluss der Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz: „Wer bestellt, muss auch bezah­len“ – Cars­ten Becker: „Solin­gen muss hand­lungs­fä­hig bleiben“

Die Solin­ger Stadt­ver­wal­tung berich­tet regel­mä­ßig über die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen von Auf­ga­ben­über­tra­gun­gen ohne einen voll­stän­di­gen finan­zi­el­len Aus­gleich auf­grund von Beschlüs­sen, die der Bund, das Land NRW oder die EU trifft.

„Das Prin­zip ‚Wer bestellt, muss auch bezah­len‘, gilt hier schon lan­ge nicht mehr“, beklagt der stell­ver­tre­ten­de CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Cars­ten Becker. „Dass die finan­zi­el­len Spiel­räu­me in den Kom­mu­nen enger wer­den, ist also nicht das Ver­schul­den aus­ga­be­freu­di­ger Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und Stadt­ver­wal­tun­gen, son­dern ist auf einer höhe­ren Ebe­ne ange­sie­delt. Die Ver­wal­tung hat im gest­ri­gen Finanz­aus­schuss mit der Vor­la­ge 1312/2026 über die­se finan­zi­el­le Schief­la­ge infor­miert. Die Über­sicht wird kon­ti­nu­ier­lich fort­ge­schrie­ben. Die jähr­li­chen Belas­tun­gen sum­mie­ren sich auf­grund der feh­len­den Kon­ne­xi­tät aktu­ell auf rund 74,5 Mil­lio­nen Euro. Das bedeu­tet kon­kret, dass Solin­gen Din­ge finan­zie­ren muss, die nicht der Stadt­rat, son­dern der Bund, das Land oder die EU beschlos­sen haben. Hier muss sich etwas ändern, damit den Kom­mu­nen nicht die Luft zum Atmen abge­schnürt wird.“

Die CDU-Frak­ti­on Solin­gen begrüßt daher die Ergeb­nis­se der Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz mit dem Bun­des­kanz­ler vom 25. 06.2026. Beson­ders die Ver­stän­di­gung zur soge­nann­ten Ver­an­las­sungs­kon­ne­xi­tät sei ein wich­ti­ges Signal für Städ­te, Gemein­den und Kreise.

„Für uns in Solin­gen ist ent­schei­dend: Wenn der Bund Leis­tun­gen gesetz­lich aus­wei­tet und dadurch zusätz­li­che Kos­ten ent­ste­hen, dür­fen die­se nicht ein­fach bei den Kom­mu­nen lan­den. Der Grund­satz muss lau­ten: Wer bestellt, muss auch bezah­len“, erklärt der CDU-Finanz­ex­per­te Car­ten Becker.

Nach der Ver­stän­di­gung soll der Bund künf­tig 80 Pro­zent der finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen kom­pen­sie­ren, wenn neue oder geän­der­te Bun­des­ge­set­ze erheb­li­che Mehr­be­las­tun­gen bei Län­dern und Kom­mu­nen aus­lö­sen. Erfasst wer­den sol­len ins­be­son­de­re neue Leis­tungs­ge­set­ze und Ände­run­gen bestehen­der Leistungsgesetze.

„Das ist ein wich­ti­ger Schritt hin zu mehr Fair­ness. Denn vie­le kom­mu­na­le Haus­hal­te ste­hen unter erheb­li­chem Druck. Gera­de stei­gen­de Sozi­al­aus­ga­ben engen unse­re Hand­lungs­spiel­räu­me immer wei­ter ein“, so Becker, der auch Vor­sit­zen­der des Solin­ger Finanz­aus­schus­ses ist.

Posi­tiv bewer­tet der Finanz­ex­per­te auch, dass die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de bei den Kos­ten­schät­zun­gen ein­be­zo­gen wer­den sol­len. „Wer wis­sen will, was Bun­des­ge­set­ze vor Ort kos­ten, muss die kom­mu­na­le Pra­xis von Anfang an ein­be­zie­hen“, betont Cars­ten Becker.

Dass am Ende eine Bun­des­be­tei­li­gung von 80 Pro­zent ver­ein­bart wer­den konn­te, sei ein deut­li­cher Erfolg. Der Bund hat­te zunächst eine hälf­ti­ge ange­bo­ten. Die kla­re Hal­tung der Län­der und ins­be­son­de­re der Ein­satz Nord­rhein-West­fa­lens hät­ten wesent­lich dazu bei­getra­gen, dass nun ein stär­ke­res Signal zuguns­ten der Kom­mu­nen gesetzt wurde.

Auch die Fort­schrit­te bei der Staats­mo­der­ni­sie­rung begrüßt die CDU-Frak­ti­on. Stan­dar­di­sier­te Auf­ga­ben sol­len künf­tig stär­ker gebün­delt und digi­tal erle­digt wer­den. Das kann Rat­häu­ser und Kreis­ver­wal­tun­gen ent­las­ten und Bür­ge­rin­nen und Bür­gern schnel­le­re Ver­fah­ren ermöglichen.

„Jetzt kommt es dar­auf an, dass aus den Beschlüs­sen kon­kre­te Ent­las­tung vor Ort wird. Wir wer­den uns wei­ter dafür ein­set­zen, dass Solin­gen hand­lungs­fä­hig bleibt und wich­ti­ge Inves­ti­tio­nen in Lebens­qua­li­tät, Infra­struk­tur und Zusam­men­halt mög­lich blei­ben“, erklärt Becker abschließend.

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Ansgar Lange

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