Büro­kra­tie abbau­en – Hand­lungs­spiel­räu­me für kom­mu­na­le Regel­be­frei­un­gen früh­zei­tig nutzen

Antrag zur Tages­ord­nung: Sit­zung des AAWV

am 16.11.2026

Solin­gen, 18.10.2026

Büro­kra­tie abbau­en – Hand­lungs­spiel­räu­me für kom­mu­na­le Regel­be­frei­un­gen früh­zei­tig nutzen

Sehr geehr­ter Herr Ober­bür­ger­meis­ter Flemm,
sehr geehr­ter Herr Aus­schuss­vor­sit­zen­der Haug,
sehr geehr­te Damen und Herren,

die CDU-Frak­ti­on im Rat der Stadt Solin­gen bit­tet Sie dar­um, unter dem
Tages­ord­nungs­punkt „Büro­kra­tie abbau­en – Hand­lungs­spiel­räu­me für kom­mu­na­le Regel­be­frei­un­gen nutzen“
in der Sit­zung des Aus­schus­ses für Arbeit, Wirt­schaft und Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung (AAWV) am 16.11.2026 fol­gen­de Fra­gen zu beantworten:

Noch bevor das Kom­mu­na­le Regel­be­frei­ungs­ge­setzt Nord­rhein-West­fa­len in Kraft tritt, bit­ten wir die Verwaltung,
geeig­ne­te Hand­lungs­fel­der zu iden­ti­fi­zie­ren, in denen lan­des­recht­li­che Vor­schrif­ten, Rechts­ver­ord­nun­gen, Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten, Erlas­se oder sons­ti­ge Vor­ga­ben des Landes

  • Ver­wal­tungs­ver­fah­ren unnö­tig erschwe­ren oder verzögern,
  • einen unver­hält­nis­mä­ßig hohen Per­so­nal- oder Ver­wal­tungs­auf­wand verursachen,
  • digi­ta­le oder ein­fa­che­re Ver­fah­ren behindern,
  • die kom­mu­na­le Zusam­men­ar­beit erschwe­ren oder
  • aus Sicht der Ver­wal­tung durch ein­fa­che­re Rege­lun­gen ersetzt wer­den könn­ten, ohne dass das mit der bis­he­ri­gen Vor­ga­be ver­folg­te Ziel beein­träch­tigt wird.

Hier­bei sol­len ins­be­son­de­re die Erfah­run­gen und Hin­wei­se der mit dem jewei­li­gen Lan­des­recht befass­ten Fach­be­rei­che ein­be­zo­gen werden.

  1. Wel­che lan­des­recht­li­che Rege­lung oder Vor­ga­be wird sei­tens der Ver­wal­tung als hin­der­lich angesehen?
  2. Wor­in besteht der kon­kre­te zusätz­li­che Auf­wand oder das prak­ti­sche Hemmnis?
  3. Wel­che ein­fa­che­re Form der Auf­ga­ben­er­le­di­gung ist aus Sicht der Ver­wal­tung denkbar?
  4. Erscheint der Ver­wal­tung eine Antrag­stel­lung auf Regel­be­frei­ung nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes als sinnvoll?

(Die ent­spre­chen­de Prü­fung soll mög­lichst im Rah­men der lau­fen­den Ver­wal­tungs­ar­beit erfol­gen und kei­ne auf­wen­di­gen zusätz­li­chen Unter­su­chun­gen oder Gut­ach­ten auslösen.)

Begrün­dung

Mit dem vor­lie­gen­den Ent­wurf eines Kom­mu­na­len Regel­be­frei­ungs­ge­set­zes möch­te das Land Nord­rhein-West­fa­len den Kom­mu­nen die Mög­lich­keit eröff­nen, für einen begrenz­ten Zeit­raum von ein­zel­nen lan­des­recht­li­chen Vor­ga­ben abzu­wei­chen und alter­na­ti­ve For­men der Auf­ga­ben­er­le­di­gung prak­tisch zu erpro­ben. Erfasst wer­den sol­len nicht nur Geset­ze und Rechts­ver­ord­nun­gen, son­dern auch Verwaltungsvorschriften.

Der Gesetz­ent­wurf setzt dabei aus­drück­lich auf die prak­ti­schen Erfah­run­gen der Kom­mu­nen. In sei­ner Begrün­dung hebt das Land her­vor, dass Städ­te, Gemein­den und Krei­se auf­grund ihrer täg­li­chen Ver­wal­tungs­ar­beit beson­ders gut beur­tei­len kön­nen, wel­che Rege­lun­gen Ver­fah­ren erschwe­ren und wo neue Lösun­gen erprobt wer­den könnten.

Die­sen Ansatz soll­te Solin­gen früh­zei­tig auf­grei­fen. Es erscheint wenig sinn­voll, mit der Suche nach geeig­ne­ten Anwen­dungs­fäl­len erst nach Inkraft­tre­ten des Geset­zes zu begin­nen. Viel­mehr soll­te bereits jetzt inner­halb der Fach­be­rei­che gesam­melt wer­den, wo Lan­des­recht oder Vor­ga­ben des Lan­des in der täg­li­chen Pra­xis als unnö­tig kom­pli­ziert, zeit­auf­wen­dig oder wenig pra­xis­taug­lich emp­fun­den wer­den.

Auch die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de wei­sen dar­auf hin, dass das geplan­te Instru­ment nur dann sei­ne Wir­kung ent­fal­ten kann, wenn Kom­mu­nen geeig­ne­te Anwen­dungs­fäl­le iden­ti­fi­zie­ren und ein­brin­gen. Gleich­zei­tig soll das Ver­fah­ren selbst mög­lichst nied­rig­schwel­lig blei­ben und kei­ne neue Büro­kra­tie erzeugen.

Unse­re Anfra­ge ver­folgt des­halb zunächst kei­ne kon­kre­te Regel­be­frei­ung. Sie soll viel­mehr das vor­han­de­ne Wis­sen der Ver­wal­tung früh­zei­tig bün­deln. Nach Abschluss des par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­rens kann dann ent­schie­den wer­den, ob und für wel­che Fäl­le die neu­en Mög­lich­kei­ten tat­säch­lich genutzt wer­den sollen.

Mit freund­li­chen Grüßen

gez.
Cars­ten Voigt
CDU-Fraktionsvorsitzender

gez.
Ste­phan Aldejohann
Spre­cher der CDU-Frak­ti­on im AAWV

Ansprechpartner

Bild von Ansgar Lange

Ansgar Lange

Zum Inhalt springen