Ände­rung der Stra­ßen­sat­zung – Antrag an die BV Ohligs/​Aufderhöhe/​Merscheid

Für die nächs­te Sit­zung der Bezirks­vertretung Ohligs/​Aufderhöhe/​Merscheid bean­tra­gen die CDU-Frak­ti­on und die Frak­ti­on SG zukunft. die Bera­tung der fol­gen­den Punkte:

Betreff:  Ände­rung Straßensatzung

Die Bezirks­vertretung möge beschließen:

  1. Der Rat der Stadt Solin­gen wird gebe­ten, in die Stra­ßen­ord­nung der Klin­gen­stadt Solin­gen vom 14. Febru­ar 2019 unter § 11 Absatz 4 fol­gen­den Halb­satz anzu­fü­gen:
    „dies gilt ins­be­son­de­re für städ­ti­sche Unter­füh­run­gen und Tunnel.“
  2. Beglei­tend soll die Ver­wal­tung gemein­sam mit den ört­li­chen Trä­gern der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe (u. a. Cari­tas) nied­rig­schwel­li­ge Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te kom­mu­ni­zie­ren und Alter­na­ti­ven zum Auf­ent­halt auf Stra­ßen und in der Unter­füh­rung aktiv ver­mit­teln und dar­auf hin­wir­ken, dass obdach­lo­se Men­schen – ins­be­son­de­re in den Win­ter­mo­na­ten – vor­han­de­ne Not- und Unter­brin­gungs­an­ge­bo­te nut­zen können.
  3. Die Ver­wal­tung wird beauf­tragt zu prü­fen und umzu­set­zen, in wel­chem begrenz­ten und ver­ant­wort­ba­ren Umfang Obdach­lo­sen die Mit­nah­me ihrer Hun­de in Not­un­ter­künf­ten ermög­licht wer­den kann, um bestehen­de Zugangs­hür­den abzubauen.

Begrün­dung:

Die Bahn­un­ter­füh­rung am Haupt­bahn­hof Ohligs hat sich in den ver­gan­ge­nen Mona­ten zuneh­mend zu einem Angst­raum für Pas­san­ten ent­wi­ckelt. Rück­mel­dun­gen von Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­nern, Eltern von Schul­kin­dern sowie Pend­le­rin­nen und Pend­lern wei­sen auf eine wahr­ge­nom­me­ne Unsi­cher­heit, Ver­mül­lung sowie hygie­nisch pro­ble­ma­ti­sche Zustän­de hin.

Seit gerau­mer Zeit nut­zen meh­re­re Per­so­nen die Unter­füh­rung regel­mä­ßig als Auf­ent­halts- und Schlaf­platz. Dadurch ent­ste­hen Situa­tio­nen, die für Pas­sie­ren­de als been­gend und poten­zi­ell gefähr­dend emp­fun­den wer­den. Die Sicher­stel­lung der öffent­li­chen Ord­nung, Sau­ber­keit und des sub­jek­ti­ven Sicher­heits­ge­fühls gehört jedoch zu den zen­tra­len Auf­ga­ben der kom­mu­na­len Sicherheitspolitik.

Zugleich ist es wich­tig, die betrof­fe­nen Men­schen nicht allein zu las­sen und auch vor einem Erfrie­rungs­tod zu bewah­ren. Nur rund 500 Meter ent­fernt befin­det sich die Obdach­lo­sen­un­ter­kunft der Cari­tas, die Über­nach­tungs- und Auf­ent­halts­mög­lich­kei­ten sowie Bera­tung anbie­tet. Das ange­streb­te Auf­ent­halts­ver­bot soll daher nicht der Ver­drän­gung die­nen, son­dern eine räum­li­che Kon­flikt­ent­las­tung her­bei­füh­ren. Zugleich set­zen wir auf auf­su­chen­de Sozi­al­ar­beit und die geziel­te Ver­mitt­lung in vor­han­de­ne Hilfs­an­ge­bo­te. Ein wesent­li­ches Hemm­nis bei der Nut­zung von Not­un­ter­künf­ten ist für die Betrof­fe­nen die Mög­lich­keit, ihre Hun­de mit­zu­neh­men. Hun­de über­neh­men für Obdach­lo­se häu­fig eine wich­ti­ge sozia­le und sta­bi­li­sie­ren­de Funk­ti­on. Die begrenz­te und ver­ant­wor­tungs­vol­le Ermög­li­chung der Mit­nah­me von Hun­den (wie auch in Hotels mög­lich) kann dazu bei­tra­gen, mehr Men­schen für die Nut­zung bestehen­der Hilfs­an­ge­bo­te zu gewinnen.

Der Antrag ver­bin­det sozia­le Ver­ant­wor­tung mit einer kla­ren ord­nungs­po­li­ti­schen Hal­tung und leis­tet einen Bei­trag zu einer siche­ren und sau­be­ren, soli­da­ri­schen Stadt.  Par­al­lel soll­te die Ver­wal­tung gemein­sam mit den Trä­gern der Sozi­al­ar­beit Lösun­gen anstre­ben, um eine nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on zu erreichen.

gez.
Ger­lin­de Steingrüber
Vor­sit­zen­de der CDU-Frak­ti­on in der BV OAM

gez.
Sabi­ne Littera
Bezirks­ver­tre­te­rin SG zukunft.

Ansprechpartner

Bild von Ansgar Lange

Ansgar Lange

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