Sit­zung des Rates am 01.10.2026, Ände­rungs­an­trag zu TOP 21

Sehr geehr­ter Herr Ober­bür­ger­meis­ter Flemm,sehr geehr­te Damen und Herren,

im Namen der im Kopf genann­ten Frak­tio­nen bit­ten wir Sie, in der oben genann­ten Sit­zung des Rates unter Tages­ord­nungs­punkt 21 „Beauf­tra­gung einer ver­tief­ten Mach­bar­keits­stu­die für das Thea­ter und Kon­zert­haus sowie die Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen“ als Ände­rungs­an­trag den nach­fol­gen­den Beschluss zur Abstim­mung zu stellen:

„Der Rat der Stadt Solin­gen beauf­tragt die Ver­wal­tung, eine ver­tief­te Mach­bar­keits­stu­die zur Zukunft des Solin­ger Thea­ter und Kon­zert­hau­ses sowie der Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen für fol­gen­de drei Vari­an­ten des Thea­ter und Kon­zert­hau­ses erstel­len zu lassen:

  1. Gene­ral­sa­nie­rung des Thea­ter und Kon­zert­hau­ses am Stand­ort in Anleh­nung an die Vari­an­te 2b der Sze­na­ri­en­stu­die von LRO Architekten.
  2. Neu­bau des Thea­ter und Kon­zert­hau­ses auf dem ehe­ma­li­gen Ever­tz-/Ome­ga-Gelän­de mit zwei Sälen in Anleh­nung an die Vari­an­te 3 der Szenarienstudie.
  3. Neu­bau auf dem Are­al des ehe­ma­li­gen Kauf­hofs sowie P&C am Fron­hof mit einem Saal in Anleh­nung an die Vari­an­te 4 der Szenarienstudie.

Gleich­zei­tig wird die Ver­wal­tung beauf­tragt, für die Zukunft der Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen die fol­gen­den drei Vari­an­ten ver­tieft zu untersuchen:

  1. Fort­schrei­bung des bestehen­den Mas­ter­plans Feu­er­wa­chen für die bis­he­ri­gen Pla­nun­gen der Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen I und III.
  2. Neu­bau einer zen­tra­len Feu­er- und Ret­tungs­wa­che am Schlag­baum unter Ent­fall der bis­he­ri­gen Pla­nun­gen für die Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen I und III.
  3. Über­ar­bei­tung des Mas­ter­plans Feu­er­wa­chen mit der Prü­fung von Ein­spar­po­ten­zia­len ohne Qua­li­täts­ver­lust, bei­spiels­wei­se durch Ver­la­ge­rung der Brand­di­rek­ti­on in einen Neu­bau der Wache I am Stand­ort Omega-Gelände.

Dabei sind die fol­gen­den Punk­te umzusetzen:

  1. Bei der Vari­an­te a. sind Kos­ten­be­rech­nun­gen getrennt für die erfor­der­li­che Kern­sa­nie­rung des vor­han­de­nen Gebäu­des, mög­li­che zusätz­li­che Bau­ten für Per­so­nal­räu­me und Lager sowie für ergän­zen­de Bau­maß­nah­men wie ein neu­er Ein­gangs­be­reich, ein Palet­ten-Park­haus oder reprä­sen­ta­ti­ve Zugän­ge von der Kon­rad-Ade­nau­er-Stra­ße vorzulegen.
  2. Bei der Vari­an­te b. sind Kos­ten­be­rech­nun­gen getrennt für die bereits aus­ge­führ­te Ent­wurfs­va­ri­an­te sowie eine Pla­nung vor­zu­le­gen, bei der ins­be­son­de­re die Foy­er-Funk­tio­nen, die Büh­nen­por­ta­le, der Orches­ter­gra­ben und der Büh­nen­turm den aktu­el­len Dimen­sio­nen entsprechen.
  3. Für alle drei Vari­an­ten ist die Sicher­stel­lung des not­wen­di­gen Park­raums darzustellen.
  4. Bei allen drei Vari­an­ten sind zudem aus­führ­lich die aktu­el­len Grund­stücks­vor­aus­set­zun­gen zu unter­su­chen: zu ent­fer­nen­de Bau­kör­per, Belas­tung durch Gefahr­stof­fe, Besitz­ver­hält­nis­se, Kauf­ver­hand­lungs­po­si­tio­nen, rea­lis­ti­sche Kaufpreise.
  5. Vor Prü­fung der drei Vari­an­ten lässt die Ver­wal­tung in einem Ver­kehrs­gut­ach­ten unter­su­chen, ob der Stand­ort Schlag­baum für eine zen­tra­le Feu­er­wa­che geeig­net ist, ins­be­son­de­re mit Blick auf die not­wen­di­ge Rot­licht­schal­tung im Umfeld der Kreu­zung Schlag­baum und deren Aus­wir­kung auf die Kreu­zung sowie alle vier davon berühr­ten Haupt­ver­kehrs­ach­sen der Innenstadt.
  6. Ana­log zu den bis­he­ri­gen gro­ßen poli­ti­schen Grund­satz­ent­schei­dun­gen in Solin­gen ist ein Len­kungs­kreis aus den Vor­sit­zen­den der Rats­frak­tio­nen (falls sie ver­hin­dert sind, kön­nen sie von den stell­ver­tre­ten­den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den ver­tre­ten wer­den) zu bil­den, der den gesam­ten Pro­zess im Rah­men der Rats­be­schlüs­se mit­steu­ert – bei­spiels­wei­se die Aus­wahl der Gutachter-Büros.
  7. Die Aus­schrei­bung für die ver­tie­fen­de Mach­bar­keits­stu­die ist vor Ver­öf­fent­li­chung mit dem Len­kungs­kreis abzustimmen.
  8. Die Ver­wal­tung stellt sicher, dass nach Vor­la­ge der ver­tief­ten Mach­bar­keits­stu­die eine recht­zei­ti­ge Bür­ger­be­tei­li­gung erfol­gen kann.
  9. Die Prüf­va­ri­an­ten für die Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen sind sepa­rat durch ent­spre­chen­de Fach­bü­ros zu unter­su­chen. Auch hier sind alle Grund­stücks­vor­aus­set­zun­gen wie unter 4. darzustellen.“

Begrün­dung

Die Fra­ge, was aus dem Thea­ter und Kon­zert­haus (TuK) am Schlag­baum wird, beschäf­tigt zur­zeit die Solin­ger Stadt­ge­sell­schaft. Die den Antrag stel­len­den Frak­tio­nen wol­len drei Vari­an­ten im Rah­men einer ver­tief­ten Mach­bar­keits­stu­die geprüft wis­sen. Eine Prü­fung der Sze­na­ri­en 1 (Instand­set­zung des TuK ohne lang­fris­ti­ge Bestands- und Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ve) und 5 (Neu­bau einer Ein-Saal-Vari­an­te auf dem Ome­ga-Gelän­de) schei­det für uns aus.

Par­al­lel müs­sen eben­falls drei Vari­an­ten für die Zukunft der Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen detail­lier­ter betrach­tet wer­den: Dies hat erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Finanzierungsüberlegungen.

Die Ent­schei­dung über die Zukunft des Thea­ter und Kon­zert­hau­ses hat in viel­fa­cher Wei­se gro­ße Trag­wei­te für unse­re Stadt: für die Finan­zen, das kul­tu­rel­le Leben und die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung in der Klin­gen­stadt. Die Zukunft der Feu­er- und Ret­tungs­wa­chen hat zudem unmit­tel­ba­re Aus­wir­kung auf die Sicher­heit in Solingen.

Alle drei Vari­an­ten haben Vor- und Nach­tei­le und sind mit unter­schied­li­chen Emo­tio­nen bei den direkt Betei­lig­ten und der Bevöl­ke­rung ver­bun­den. Wir respek­tie­ren und akzep­tie­ren unter­schied­li­che Sicht­wei­sen und Blick­win­kel. Bei der Grund­satz­ent­schei­dung zum Thea­ter und Kon­zert­haus han­delt es sich immer­hin um eine der wich­tigs­ten Ent­schei­dun­gen, die in die­ser Wahl­pe­ri­ode anste­hen. Aber dar­in liegt auch eine gro­ße Chan­ce zur Gestal­tung: Wie kön­nen wir die Solin­ger Kul­tur­land­schaft für die nächs­ten 50 Jah­re gut und nach­hal­tig auf­stel­len? Wie kön­nen wir unse­re Innen­stadt nach vorn brin­gen? Wel­che städ­te­bau­li­chen Impul­se kön­nen wir set­zen? Wie garan­tie­ren wir die best­mög­li­che Sicher­heit? Mit die­sen Fra­gen müs­sen wir uns inten­siv beschäftigen.

Jede der mög­li­chen Vari­an­ten ist vor­aus­sicht­lich mit drei­stel­li­gen Mil­lio­nen-Beträ­gen ver­bun­den. Wir müs­sen die­se Vari­an­ten daher nun fun­diert prü­fen las­sen, um dann im Som­mer 2027 auf der Basis von gesi­cher­ten Fak­ten die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung zu fällen.

Mit freund­li­chen Grüßen

gez.
Cars­ten Voigt
CDU-Fraktionsvorsitzender

gez.
Ernst Lauterjung
SPD-Fraktionsvorsitzender

gez.
Jan Höttges
Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der SG zukunft.

gez.
Jan Micha­el Lange
BfS-Fraktionsvorsitzender

Ansprechpartner

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Ansgar Lange

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