Anfrage zur Sitzung des ASW am 21.04.2026 und zur Sitzung des JHA am 28.04.2026: „Konfliktfähigkeit und Mobbingprävention in Kitas und Schulen“
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Flemm,
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Küster,
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Pinnow,
sehr geehrte Damen und Herren,
die CDU-Fraktion bittet Sie darum, folgende Anfrage in die Tagesordnung der oben genannten Sitzungen aufzunehmen und zu beantworten:
- Liegen der Stadt Solingen Zahlen oder Berichte vor, die das Ausmaß des Mobbings – zumindest in geschätzter Größenordnung – in Solinger Kitas und Schulen erfassen? (zum Beispiel aus Feedbackgesprächen mit der Telefonseelsorge, der Jugendhilfe, Jugendtherapeutinnen und Jugendtherapeuten, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern, Kinderärzten, Kindergartenerzieherinnen und Kindergartenerziehern, Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern, Vertrauenslehrerinnen und Vertrauenslehrern weiterführender Schulen oder auch aus anderen Quellen)
- An welchen Solinger Kitas und Schulen sind präventive Maßnahmen zu Konfliktfähigkeit/ Mobbingprävention/ Resilienztraining etabliert? Wenn ja: Welche?
- Wie hoch ist der Anteil, der Solinger Kitas und Schulen aus dem Bildungsplan NRW für Mobbingprävention und Sozialkompetenzförderung zusteht? Wie viel Geld gibt die Stadt Solingen derzeit für Mobbingprävention und Sozialkompetenzförderung aus? Wie war die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren und wie sehen die finanziellen Planungen für die Zukunft aus?
- Welche Projekte, Trainings oder/ und Maßnahmen werden derzeit für Kitas und Schulen angeboten oder umgesetzt? Gibt es Erkenntnisse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit?
- Wie viele Maßnahmen können derzeit pro Kita oder Schule durchgeführt werden?
- An wie vielen Schulen wird Mobbingprävention von internen Fachkräften übernommen? Wie oft wird Mobbingprävention von externen Fachkräften durchgeführt?
- Wie sieht die Personalsituation von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in Solinger Kitas und Grundschulen aus?
- Wie werden die Maßnahmen im Rahmen der Mobbingprävention evaluiert, beziehungsweise welche Kennzahlen werden zur Beurteilung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Präventionsmaßnahmen zugrunde gelegt?
- Sind der Verwaltung weitere Förderprogramme bekannt, die das Land bereitstellt und von denen Solinger Schulen partizipieren (können)?
Begründung:
Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse ist in Deutschland jedes sechste Schulkind von Mobbing betroffen. Bezogen auf Solingen läge dieser Anteil – bei einer Größenordnung von fast 16 Prozent – bei 2.781 Schülerinnen und Schüler (insgesamt 17.385), davon 990 Grundschülern (insgesamt 6.185 Grundschüler).
Die Studie PISA 2022 zeigt außerdem, dass sich laut Selbsteinschätzung 21 Prozent der fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler in Deutschland mindestens einige Male im Monat Mobbing ausgesetzt fühlen.
Gespräche mit Vertretern der Solinger Elternschaft, mit Lehrkräften und Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern bestätigen, dass mangelnde Konfliktfähigkeit, niedrige Toleranzschwellen und zunehmendes Mobbing leider zum Alltag in Kitas und Schulen gehören.
Die CDU-Fraktion in Solingen erkennt an, dass die Schulsozialarbeit in NRW bei der Bewältigung aktueller gesellschaftspolitischen Herausforderungen eine zentrale und multifunktionale Bedeutung einnimmt.
Zudem anerkennt sie auch die vielfältigen Bemühungen von Kita- oder Schulleitungen, notwendige Präventionsangebote zusätzlich über Förderprogramme abzurufen. Diese Ansätze reichen aber nicht aus, um der Mobbing- und Aggressionsbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen angemessen pädagogisch zu begegnen. (Dies ist im Übrigen selbstverständlich kein „Vorwurf“ an die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter und die Bemühungen von Lehrerinnen und Lehrern. Der Grad an Mobbing- und Aggressionsbereitschaft hat leider so stark zugenommen, dass wir wahrscheinlich zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen.)
Eine aktuelle WDR-Umfrage (Stand 18.03.2025) zeigt: Viele Schüler erleben Mobbing, Beleidigungen und belastende Inhalte auch in Klassenchats. Experten fordern daher mehr digitalen Kinderschutz und elterliche Begleitung: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/digitale-gewalt-klassenchats-100.html
Wir wollen mit dieser Anfrage einen Anstoß geben, das Thema Mobbingprävention auch in Solingen fachlich zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Carsten Voigt
CDU-Fraktionsvorsitzender
gez.
Simone Lammert
Sprecherin im ASW und JHA
gez.
Ilka Riege
CDU-Ratsmitglied