Ver­trau­en in poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung wahren

Der CDU-Kreis­ver­band Solin­gen for­dert Jens Spahn auf, von sei­nen poli­ti­schen Ämtern zurückzutreten.

Die­se For­de­rung erfolgt nach sorg­fäl­ti­ger Abwä­gung vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len öffent­li­chen Dis­kus­si­on um die Geburt sei­nes Adop­tiv­soh­nes. Wir sind der Über­zeu­gung, dass poli­ti­sches Han­deln und per­sön­li­che Ent­schei­dun­gen dort beson­ders ver­ant­wor­tungs­voll sein müs­sen, wo zen­tra­le recht­li­che und ethi­sche Fra­ge­stel­lun­gen unse­rer Gesell­schaft berührt sind.

Die soge­nann­te Leih­mut­ter­schaft ist in Deutsch­land aus guten Grün­den ver­bo­ten – näm­lich zum Schutz von Frau­en. Die­se Rechts­la­ge ist Aus­druck eines gesell­schaft­li­chen Kon­sen­ses, den poli­ti­sche Ver­ant­wor­tungs­trä­ger auf­grund ihrer Vor­bild­funk­ti­on in beson­de­rem Maße zu ach­ten haben. Von ihnen erwar­ten die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu Recht nicht nur die for­ma­le Ein­hal­tung von Regeln, son­dern auch eine kla­re Ori­en­tie­rung an deren Geist.

In der öffent­li­chen Wahr­neh­mung ist hier zurecht ein Wider­spruch ent­stan­den, der das Ver­trau­en in die CDU als christ­de­mo­kra­ti­sche Par­tei und Rechts­staats­par­tei im Kern erschüt­tert. Die­ses Ver­trau­en ist jedoch die Grund­la­ge für eine glaub­wür­di­ge Politik.

Aus christ­de­mo­kra­ti­scher Sicht ist Ver­ant­wor­tung unteil­bar. Sie grün­det in einem Wer­te­ver­ständ­nis, das die Wür­de jedes Men­schen, die Ach­tung vor der bestehen­den Rechts­ord­nung und die Bin­dung poli­ti­schen Han­delns an ethi­sche Maß­stä­be in den Mit­tel­punkt stellt. Wer für die­se Wer­te ein­tritt, muss sie auch im eige­nen Han­deln sicht­bar machen. Gera­de dar­in liegt die Glaub­wür­dig­keit christ­de­mo­kra­ti­scher Politik.

Ein Rück­tritt von Jens Spahn wäre vor die­sem Hin­ter­grund ein kon­se­quen­ter Schritt, um Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und Ver­trau­en zu sichern. Er wür­de deut­lich machen, dass poli­ti­sche Füh­rung sich an kla­ren Maß­stä­ben ori­en­tiert und bereit ist, dar­aus die not­wen­di­gen Kon­se­quen­zen zu ziehen.

Für die CDU sind Rechts­staat­lich­keit, Ver­läss­lich­keit und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein kei­ne lee­ren Wort­hül­sen son­dern die Grund­la­gen unse­rer poli­ti­schen Arbeit, denen wir uns jeden Tag ver­pflich­tet füh­len. Gera­de in Zei­ten wach­sen­der Skep­sis gegen­über der Poli­tik ist es ent­schei­dend, dass wir selbst unse­re eige­nen Ansprü­che sicht­bar einhalten.

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