Wie kön­nen obdach­lo­se Men­schen in unse­rer Stadt noch bes­ser unter­stützt werden?

Anfra­ge zur Sit­zung des ASGGT am 17.02.2026

Wie kön­nen obdach­lo­se Men­schen in unse­rer Stadt noch bes­ser unter­stützt werden?

Die CDU-Frak­ti­on im Rat der Stadt Solin­gen bit­tet, fol­gen­de Anfra­ge auf die Tages­ord­nung des Aus­schus­ses für Gesund­heit, Sozia­les und gesell­schaft­li­che Teil­ha­be am 17.02.2026 zu set­zen und zu beantworten:

Obdach­lo­sig­keit führt nicht nur zu einer erheb­li­chen indi­vi­du­el­len Not­la­ge, son­dern beein­flusst auch das Stadt­bild und das sozia­le Mit­ein­an­der. Die aktu­el­le Dis­kus­si­on über die Obdach­lo­sen im Umfeld des Haupt­bahn­ho­fes moti­vier­te die Frak­ti­on der Grü­nen, einen Antrag zu stel­len, die­ses The­ma im ASGGT auf die Tages­ord­nung zu set­zen. Sehr ger­ne möch­ten wir im ASGGT die­ses The­ma mit Blick auf die im Stadt­ge­biet Solin­gen auf­tre­ten­den Her­aus­for­de­run­gen debat­tie­ren. Trotz bestehen­der Unter­stüt­zungs­sys­te­me (z. B. Not­un­ter­künf­te, Bera­tungs­stel­len, mobi­le Hilfs­diens­te) zei­gen sich in Gesprä­chen mit Betrof­fe­nen sowie in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung deut­li­che Ver­sor­gungs­lü­cken, ins­be­son­de­re in fol­gen­den Bereichen:

  • zu weni­ge nied­rig­schwel­li­ge Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten, beson­ders im Winter
  • feh­len­de Tages­auf­ent­halts­räu­me mit Versorgungsangeboten
  • begrenz­te medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung (ins­be­son­de­re für Men­schen ohne Krankenversicherung)
  • Bedarf an zusätz­li­cher Straßensozialarbeit
  • feh­len­de Safe-Sleep-Zonen oder geschütz­te Aufenthaltsbereiche
  • unzu­rei­chen­de Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te, z. B. zur Ver­mei­dung von Wohnungslosigkeit

Uns ist bewusst, dass vie­le wün­schens­wer­te Maß­nah­men unter einem Finan­zie­rungs­vor­be­halt ste­hen. Wir kön­nen uns als klam­me Kom­mu­ne schlicht vie­le Din­ge nicht leis­ten, die wir ger­ne hät­ten. Um kei­ne fal­schen Erwar­tun­gen zu wecken, stel­len wir daher auch zunächst kei­nen Antrag, son­dern eine Anfrage:

  1. Ver­fügt die Ver­wal­tung über eine Bedarfs­ana­ly­se zur aktu­el­len Situa­ti­on obdach­lo­ser Men­schen in unse­rer Stadt?
  2. Besteht die rea­lis­ti­sche Mög­lich­keit, zusätz­li­che win­ter­fes­te Not­un­ter­künf­te sowie Schutz­räu­me für obdach­lo­se Men­schen in der Klin­gen­stadt zu schaffen?
  3. Wel­che Ange­bo­te in Form von Tages­stät­ten gibt es, in denen Betrof­fe­ne Zugang zu war­men Mahl­zei­ten, Sani­tär­an­la­gen, Ruhe­be­rei­chen und Bera­tung haben?
  4. Könn­ten medi­zi­ni­sche und psy­cho­lo­gi­sche Hil­fe zum Bei­spiel durch mobi­le medi­zi­ni­sche Diens­te gestärkt werden?
  5. Ist eine Auf­sto­ckung der auf­su­chen­den Stra­ßen­so­zi­al­ar­beit denk- und finan­zier­bar, um mehr direk­te Kon­tak­te und Unter­stüt­zung zu gewährleisten?
  6. Wie rea­lis­tisch ist der Aus­bau prä­ven­ti­ver Ange­bo­te für Men­schen, die von Woh­nungs­lo­sig­keit bedroht sind (z. B. in Form von Schuld­ner­be­ra­tung, Wohn­raum­si­che­rung, nied­rig­schwel­li­ger Bera­tung)? 

Begrün­dung:

In den ver­gan­ge­nen Wochen ist den Bür­gern der Stadt zuneh­mend sicht­bar gewor­den, dass immer mehr Men­schen auf der Stra­ße leben oder von Woh­nungs­lo­sig­keit bedroht sind. Ins­be­son­de­re durch die Debat­te über die Obdach­lo­sen im Umfeld des Haupt­bahn­ho­fes ist die­ses The­ma in den Fokus Öffent­lich­keit gerückt. Die­se Ent­wick­lung stellt unse­re Stadt­ge­sell­schaft vor sozia­le, gesund­heit­li­che und sicher­heits­po­li­ti­sche Herausforderungen.

Die Ver­bes­se­rung der Ange­bo­te für obdach­lo­se Men­schen dient nicht nur dem sozia­len Auf­trag unse­rer Stadt, son­dern wirkt sich auch posi­tiv auf das Zusam­men­le­ben und die Sicher­heit im öffent­li­chen Raum aus. Kom­mu­nen in Deutsch­land, die ähn­li­che Maß­nah­men umge­setzt haben, berich­ten von:

  • einer spür­ba­ren Redu­zie­rung von aku­ter Obdachlosigkeit
  • einer Ver­bes­se­rung der gesund­heit­li­chen Situa­ti­on Betroffener
  • einer Ent­las­tung von Poli­zei, Ret­tungs­diens­ten und Krankenhäusern
  • einem posi­ti­ven Bei­trag zum sozia­len Frieden

Die Inves­ti­ti­on in sozia­le Unter­stüt­zung ist lang­fris­tig kos­ten­ef­fi­zi­ent und för­dert die Teil­ha­be aller Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Aller­dings sind wir uns der Tat­sa­che bewusst, dass die Haus­halts­la­ge der Stadt Solin­gen extrem ange­spannt ist. Somit kön­nen wir man­ches, viel­leicht sogar vie­les nicht umset­zen, was wün­schens­wert ist.

Mit freund­li­chen Grüßen

gez. Cars­ten Voigt

CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der

gez.

Chris­ti­an Götz

Spre­cher der CDU-Frak­ti­on im ASGGT

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